| FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006 | |
|---|---|
| 2006 FIFA World Cup Germany™ | |
| Anzahl Nationen | 32 (von 197 Bewerbern) |
| Weltmeister | Italien (4. Titel) |
| Austragungsort | Deutschland |
| Eröffnungspiel | 9. Juni 2006 |
| Endspiel | 9. Juli 2006 |
| Spiele | 64 |
| Tore | 147 (Ø: 2,3 pro Spiel) |
| Zuschauer | 3.359.439 (Ø: 52.491 pro Spiel) |
| Torschützenkönig | Miroslav Klose (Deutschland) 5 Tore |
| Bester Spieler | Zinédine Zidane (Frankreich) |
Die Endrunde der 18. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell: 2006 FIFA World Cup Germany™, auf Deutsch FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™) wurde vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2006 in Deutschland ausgetragen. Es traten 32 Nationalmannschaften zunächst in Gruppen- und danach in Ausscheidungsspielen gegeneinander an.
Italien gewann das Turnier durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen Frankreich und wurde damit zum vierten Mal nach 1934, 1938 und 1982 Fußball-Weltmeister. Den dritten Platz belegte die Mannschaft Deutschlands, die mit Miroslav Klose, der während des Turniers fünf Tore erzielte, auch den Torschützenkönig stellte.
Fußballerisch war das Turnier vor allem von Taktik und Athletik geprägt, insbesondere Weltmeister Italien legte Wert auf eine eher defensive Grundordnung. Speziell ab dem Achtelfinale blieben echte „Fußballfeste“ aus, viele Spiele endeten mit wenigen Toren. Auf den Rängen hingegen sorgten das vierwöchige Sommerwetter und die Begeisterung der Zuschauer für ausgelassene Stimmung im Umfeld der Weltmeisterschaft, die in Deutschland retrospektiv als „Sommermärchen“ bezeichnet wird.
Die Idee zu einer Bewerbung Deutschlands als Ausrichter der 18. Fußball-Weltmeisterschaft entstand auf einer Präsidiumssitzung des DFB im November 1992. Seit diesem Zeitpunkt warben insbesondere der damalige DFB-Präsident Egidius Braun und der damalige DFB-Pressesprecher Wolfgang Niersbach intensiv um Unterstützung im eigenen Land und bei befreundeten Verbänden. Ende 1996 konnte Franz Beckenbauer als WM-Botschafter gewonnen werden. Beckenbauer war von 1998 an Chef des deutschen Bewerbungskomitees und überreichte als solcher auch dem FIFA-Präsidenten Sepp Blatter die offizielle Absichtserklärung des Verbandes zur Ausrichtung der WM.
Bei der endgültigen Abstimmung um den Austragungsort setzte sich Deutschland am 6. Juli 2000 gegen Brasilien, Marokko, England und letztlich im Finale in Zürich mit zwölf zu elf Stimmen gegen Südafrika durch. Möglicherweise ausschlaggebend für das Stimmenverhältnis war dabei ein fingiertes Bestechungsfax des deutschen Satiremagazins Titanic, das nach dessen eigener Aussage zur entscheidenden Stimmenthaltung des neuseeländischen FIFA-Vertreters Charles Dempsey führte.
Das Motto der Bewerbung 1997 lautete „Wir sehen uns im Herzen Europas“. Das Motto für die Endrunde wurde am 19. November 2002 bekannt gegeben: Die Welt zu Gast bei Freunden™. Es sollte die Verbundenheit der Deutschen mit dem Sport und ihre Gastfreundschaft ausdrücken. Als Logo wurden die Celebrating Faces of Football gewählt.
| Austragungsorte der WM 2006 |
Hauptartikel: Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft 2006.
Insgesamt zwölf Städte waren Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft. Bei dem Vergabeverfahren sollten die modernsten und sichersten Stadien Deutschlands ausgewählt werden, zudem hatte eine flächendeckende Verteilung über Deutschland sichergestellt werden sollen. Die Stadien der zwölf Austragungsorte wurden im Vorfeld der WM entweder erweitert und modernisiert oder komplett neu gebaut.
Alle Stadien, die einen Sponsor im Namen trugen, wurden während der WM in FIFA WM Stadion umbenannt, um die FIFA-Sponsoren hervorzuheben. Die Namen der übrigen Stadien blieben unverändert.
Insgesamt betrug die Zuschauerkapazität der zwölf WM-Stadien 623.000 Sitzplätze, was einem Schnitt von etwa 52.000 Zuschauern pro Stadion entspricht. Aufgrund der im Vergleich zu Spielen in der Bundesliga strengeren Sicherheitsbestimmungen der FIFA fassten alle Stadien deutlich weniger Plätze als vor und nach der WM.
An allen Spielorten der Weltmeisterschaft wurden vier Vorrundenspiele und jeweils ein Achtel- oder Viertelfinale ausgetragen.
Berlin: Im Heimstadion von Hertha BSC und dem größten deutschen Stadion während der WM, dem 72.000* Sitzplätze fassenden Olympiastadion, wurde unter anderem am 9. Juli 2006 das Finale ausgetragen.
Dortmund: Das FIFA WM-Stadion Dortmund (früher: Westfalenstadion) hatte eine Kapazität von immerhin 65.000* Plätzen, ist aber im regulären Betrieb als Signal Iduna Park das größte Stadion der Bundesrepublik. Die Heimat von Borussia Dortmund war unter anderem Schauplatz des ersten Halbfinalspiels zwischen Deutschland und Italien.
Frankfurt am Main: Im FIFA WM-Stadion Frankfurt, der Heimat von Eintracht Frankfurt, konnten während der FIFA-Veranstaltungen nur 48.000* Zuschauer die Spiele verfolgen. Das alte Waldstadion wurde bei laufendem Betrieb vollständig umgebaut und 2005 in Commerzbank-Arena umbenannt.
Gelsenkirchen: Das FIFA WM-Stadion Gelsenkirchen ist das Heimatstadion des Fußballvereins FC Schalke 04. Die im August 2001 eröffnete Veltins-Arena umfasste während des Turniers 52.000* Sitzplätze.
Hamburg: Im FIFA WM-Stadion Hamburg, der Heimstätte des Hamburger SV, konnten 50.000* Zuschauer die WM-Spiele verfolgen. Der Neubau, der bei laufendem Betrieb aus dem 1953 errichteten Volksparkstadion entstand, hieß zum damaligen Zeitpunkt AOL Arena.
Hannover: Im FIFA WM-Stadion Hannover, der Heimat des Fußballclubs Hannover 96, fanden 43.000* Zuschauer während der WM Platz. Das ehemalige Niedersachsenstadion wurde umgebaut und am 23. Januar 2005 als AWD-Arena eingeweiht.
Kaiserslautern: Im Fritz-Walter-Stadion empfängt während des regulären Ligabetriebs der 1. FC Kaiserslautern seine Gäste. Bei der WM-Endrunde reduzierte sich die Kapazität des Stadions auf 46.000* Plätze.
Köln: Im FIFA WM-Stadion Köln, der Heimat des 1. FC Köln, fanden fünf WM-Spiele statt. Das umgebaute Müngersdorfer Stadion ist normalerweise nach dem regionalen Stromversorger RheinEnergieStadion benannt und bot während der Weltmeisterschaft 45.000* Zuschauern Platz.
Leipzig: Das Zentralstadion ist die Spielstätte des Oberligisten FC Sachsen Leipzig. In den alten Stadionwall wurde ab 2000 ein modernes, reines Fußballstadion eingebaut und am 17. Juli 2004 offiziell eröffnet. Während der WM 2006 hatte es eine Kapazität von 43.000* Sitzplätzen.
München: Im FIFA WM-Stadion München fanden unter anderem das Eröffnungsspiel des Turniers und das Halbfinale zwischen Portugal und Frankreich statt. Das Stadion mit 66.000* Sitzplätzen wurde am 30. Mai 2005 eröffnet und wird gemeinsam vom FC Bayern München und dem TSV 1860 München genutzt. Vor und nach der WM heißt das Stadion Allianz-Arena.
Nürnberg: Im Frankenstadion, der Heimstätte des 1. FC Nürnberg, konnten 41.000* Zuschauer die WM-Spiele verfolgen. Die Sportstätte wurde am 15. März 2006 in easyCredit-Stadion umbenannt, wobei jedoch für die Zeit der WM der alte Name verwendet wurde.
Stuttgart: Im Gottlieb-Daimler-Stadion trägt der Fußballverein VfB Stuttgart seine Heimspiele aus. Bei der WM betrug die Zuschauerkapazität 52.000*. Zwar steckt hinter dem Namen des Stadions der Automobilhersteller DaimlerChrysler, benannt ist es aber nach Gottlieb Daimler und nicht nach dem Konzern, weswegen die Namensgebung von der FIFA anerkannt wurde. Stuttgart war Austragungsort des Spiels um Platz drei.
*Die Anzahl der Plätze in den Stadien während der Weltmeisterschaft beruht auf den offiziellen Angaben der FIFA.
Hauptartikel: Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006.
Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft im Jahre 2006 dauerte vom 6. September 2003 bis zum 16. November 2005. 197 von 204 Verbänden waren in die WM-Qualifikation gestartet, nur 31 Mannschaften blieben schließlich übrig. Erstmals war der amtierende Weltmeister (in diesem Fall Brasilien) nicht automatisch für die Endrunde qualifiziert. Deutschland hingegen war als Gastgeber gesetzt und komplettierte das Feld der Endrundenteilnehmer. In sechs Zonen wurden die 31 Teilnehmer (zuzüglich des direkt qualifizierten Gastgebers) folgendermaßen ermittelt.
Europa hatte bei der Weltmeisterschaft dreizehn Startplätze, hinzu kam der Gastgeber Deutschland. Die Sieger der acht Qualifikationsgruppen und die beiden besten Gruppenzweiten konnten sich direkt für die WM in Deutschland qualifizieren. Die sechs übrigen Gruppenzweiten trugen am 12./16. November 2005 in Hin- und Rückspielen („Play-off-Spielen“) die Entscheidung um die drei restlichen europäischen Vertreter aus.
Südamerika hatte vier direkte Startplätze. Zehn Mannschaften spielten jeweils gegeneinander mit Hin- und Rückrunde, die besten vier waren direkt für die WM qualifiziert. Der Fünfte hatte die Chance, in zwei Ausscheidungsspielen gegen den Sieger aus Ozeanien ebenfalls noch den Sprung in die Endrunde zu schaffen. Uruguay konnte sich aber dieses Mal in der Relegation nicht gegen Australien durchsetzen.
Der Fußballverband Nord- und Mittelamerikas und der Karibik, der CONCACAF, hatte drei direkte Startplätze. Die Qualifikation war dort in drei Phasen unterteilt. Aus der ersten Runde hatten sich zwölf Teilnehmer für die zweite Runde qualifiziert. Danach wurde in drei Vierergruppen weitergespielt. Die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe rückten in die dritte Runde auf. Diese sechs Mannschaften spielten vom 9. Februar bis 12. Oktober 2005 in einer Gruppe jeweils gegeneinander mit Hin- und Rückspiel. Die drei Besten waren direkt qualifiziert. Der Vierte der CONCACAF trat noch in einem Hin- und Rückspielduell gegen den Fünften aus Asien an.
In der Afrika-Zone hatten sich bis auf Dschibuti alle 52 Verbände für die Vorrunde angemeldet. Die fünf afrikanischen Teilnehmer am FIFA-Weltpokal 2002 sowie die vier in der FIFA-Weltrangliste vom 25. Juni 2003 am besten platzierten afrikanischen Mannschaften stießen direkt in die zweite Runde vor. Die übrigen 42 Mannschaften wurden einander zugelost, die 21 Sieger aus Hin- und Rückspiel stießen ebenfalls in die zweite Runde vor. Die 30 Mannschaften der zweiten Runde waren in fünf Sechsergruppen aufgeteilt, deren Gruppensieger sich für die WM qualifizierten.
Asien spielte mit insgesamt 32 Mannschaften, die in acht Gruppen aufgeteilt waren. Sieben der 32 Mannschaften mussten sich zuvor noch gegen sieben andere Teams in Hin- und Rückspiel für die 2. Runde qualifizieren. Die acht Gruppensieger erreichten die dritte Runde (9. Februar bis 17. August 2005), die in zwei Vierergruppen ausgetragen wurde. Der Erste und der Zweite dieser beiden Gruppen qualifizierten sich direkt. Die beiden Dritten spielten gegeneinander, der Sieger trug anschließend zwei Finalspiele gegen den Vierten aus CONCACAF um die Teilnahme an der Endrunde aus. In diesen Spielen war Bahrain gegen die Mannschaft aus Trinidad und Tobago unterlegen.
Ozeanien hatte keinen direkten Startplatz. Sechs Mannschaften blieben nach der ersten Runde übrig; diese spielten eine einfache Jeder-gegen-Jeden-Runde. Der Erst- und Zweitplatzierte trafen am 3. September und 6. September 2005 im „Play-off“ gegeneinander an. Der Sieger traf auf den Fünften aus Südamerika (ebenfalls in Hin- und Rückspiel).
Für die Endrunde hatten sich qualifiziert:
Von diesen nahmen Tschechien, die Ukraine, Angola, die Elfenbeinküste, Ghana, Togo sowie Trinidad und Tobago erstmals an einer Weltmeisterschaftsendrunde teil.
Im Vorfeld des Turniers wurden folgende Änderungen der Spiel- und Turnierregeln durch den Weltverband FIFA beschlossen.
Aus einer Vorauswahl von 44 Schiedsrichtern wurden zunächst 23 Referees von der FIFA für die Weltmeisterschaft nominiert, von denen drei nach ausgiebigen Fitnesstests im Vorfeld des Turniers noch ausgetauscht wurden. Kurz vor der WM wurde ferner der Italiener Massimo De Santis aufgrund seiner Beteiligung am Fußball-Skandal in Italien gestrichen, zudem zog sich der jamaikanische Unparteiische Peter Prendergast eine Knieverletzung zu und reiste zurück in seine Heimat.
Folgende 21 Schiedsrichter leiteten die Spiele der Weltmeisterschaft
Hinsichtlich der Auswahl der Schiedsrichter wurde kritisiert, die FIFA habe nicht die besten Schiedsrichter zur WM eingeladen, sondern vor allem auf den Kontinentalproporz geachtet.
Das Eröffnungsspiel wurde von Horacio Elizondo geleitet, der auch das Finale pfiff. Elizondo ist der erste Schiedsrichter, dem die Ehre dieses „Doppeleinsatzes“ zuteil wurde.
Im Gegensatz zu früheren WM-Turnieren wurden überwiegend Schiedsrichtergespanne eingesetzt, die auch im Ligabetrieb zusammen agieren. Erstmals standen zudem auch alle Schiedsrichter über Funk (Headset) mit ihren Assistenten in Verbindung. Neben dem international üblichen vierten Offiziellen stand dem Gespann auf dem Platz bei dieser Weltmeisterschaft auch ein fünfter Schiedsrichter zur Seite.
Kontrovers wurde das Vorgehen der FIFA diskutiert, den Schiedsrichtern bei der Weltmeisterschaft neue Regelauslegungen vorzuschreiben. So sollten zum Schutz der Spieler Grätschen in die Beine des Gegenspielers konsequent mit der Roten Karte bestraft werden, ebenso der übermäßige Einsatz des Ellenbogens in Kopfball- und Laufduellen. Daneben sollten Spielverzögerungen wie das Festhalten des Balles bei Freistoßentscheidungen gegen die eigene Mannschaft mit einer Gelben Karte geahndet werden.
Während die Entscheidungen der Unparteiischen während der ersten Spiele als zufriedenstellend beurteilt wurden, häuften sich im Laufe des Turniers die strittigen Entscheidungen massiv. Insbesondere die unterschiedlichen Bewertungen bei überhartem Körpereinsatz brachten den Schiedsrichtern Kritik ein. So gab es während dieser Weltmeisterschaft zwei Spiele mit drei Platzverweisen, im Achtelfinale zwischen Portugal und den Niederlanden wurden sogar vier Spieler des Feldes verwiesen. Insgesamt haben die Schiedsrichter 26 Platzverweise ausgesprochen.
Experten kritisierten, dass gerade die Weltmeisterschaft als sportlich bedeutendste Veranstaltung im Fußball nicht als Spielwiese für Regeländerungen benutzt werden dürfe. Die Regeln und ihre Auslegung müssten bereits im Vorfeld für Spieler und Schiedsrichter aus der Praxis der Saison bekannt sein. Die FIFA ist jedoch der Meinung, dass die Weltmeisterschaft aufgrund ihrer Bedeutung am Besten sei, da sich die Schiedsrichter in aller Welt die Umsetzung der neuen Regelungen anschauen bzw. abschauen konnten und so eher ein weltweiter Standard in der Regelumsetzung erreicht werden könnte.
Für das Turnier wurde in allen zwölf Stadien die gleiche Rasenmischung verwendet, was durch das Rasenkompetenzteam sichergestellt wurde. Sie wurde von zwei Unternehmen aus Hessen und den Niederlanden produziert und bestand zu 25 % aus Weidelgras und zu 75 % aus Wiesenrispe. Der Rasen wurde jeweils fünf Stunden vor Spielbeginn auf eine Höhe von 28 Millimeter gestutzt. Von Seiten der Spieler und Trainer wurde der Rasen mehrfach als zu trocken und stumpf kritisiert. Vergleichsweise häufig rutschten Spieler während der Partien auf dem Rasen aus. Dies wurde zwar am Rande als ärgerlich wahrgenommen, stellte jedoch kein wirkliches Problem dar.[1]
Spielball des Turniers war der +Teamgeist, der ebenso wie die Ausrüstung der Schiedsrichter von WM-Sponsor adidas produziert wurde. Er wurde im Rahmen der Endrundenauslosung am 9. Dezember 2005 in Leipzig offiziell vorgestellt. Im Finale der Weltmeisterschaft wurde eine goldene Version des Geräts eingesetzt; Weltmeister Italien darf den +Teamgeist Berlin nun für die nächsten vier Jahre bei Länderspielen einsetzen.
Vor allem in seiner geometrischen Form unterschied sich der Ball von den klassischen Fußbällen, die aus zwölf Fünf- und 20 Sechsecken zusammengesetzt sind. Der +Teamgeist bestand dagegen aus 14 zungenartigen Plastikteilen und bot dadurch nur eine geringe Abweichung von einer idealen Kugel. Eine Konsequenz dieser neuartigen Konstruktionsweise war nach Meinung einiger Experten die Vielzahl an Weitschusstoren im Verlaufe des Turniers, die auf die veränderten Flugeigenschaften des Balls zurückgeführt wurden. [2]
Die Endrundenauslosung, bei der die endgültigen Paarungen ermittelt wurden, fand am 9. Dezember 2005 in Leipzig statt.
Für die Auslosung wurden die qualifizierten Mannschaften in vier Töpfe aufgeteilt. Die Zuordnung erfolgte nach einem Beschluss der FIFA vom 6. Dezember. Als Grundlage diente eine Setzliste, bei der die Ergebnisse der letzten beiden WM-Turniere und die Positionen in der Weltrangliste der letzten drei Jahre berücksichtigt wurden.
Es gab acht Gruppen mit je vier Teilnehmern. Innerhalb jeder Gruppe spielte jede Mannschaft gegen jede andere Mannschaft. Die jeweils ersten beiden Mannschaften qualifizierten sich für das Achtelfinale. Die Platzierung der Mannschaften in den Vorrundengruppen ergab sich dabei in folgender Reihenfolge:
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 8:2 | 9 | |
| 2 | 5:3 | 6 | |
| 3 | 2:4 | 3 | |
| 4 | 3:9 | 0 |
| Fr, 9. Juni 2006, 18 Uhr in München | |||
| Deutschland | – | Costa Rica | 4:2 (2:1) |
| Fr, 9. Juni 2006, 21 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| Polen | – | Ecuador | 0:2 (0:1) |
| Mi, 14. Juni 2006, 21 Uhr in Dortmund | |||
| Deutschland | – | Polen | 1:0 (0:0) |
| Do, 15. Juni 2006, 15 Uhr in Hamburg | |||
| Ecuador | – | Costa Rica | 3:0 (1:0) |
| Di, 20. Juni 2006, 16 Uhr in Berlin | |||
| Ecuador | – | Deutschland | 0:3 (0:2) |
| Di, 20. Juni 2006, 16 Uhr in Hannover | |||
| Costa Rica | – | Polen | 1:2 (1:1) |
Deutschland überraschte bereits im Eröffnungsspiel mit einer sehr offensiven Spielweise und hohem Tempo. Die gegen Costa Rica noch vorhandenen Probleme in der Defensive konnten in den beiden weiteren Gruppenspielen weitgehend kompensiert werden, schon im Spiel gegen Polen fand die Elf zu alter Abwehrstärke zurück und dominierte weitgehend die Partie. Das Tor zum 1:0-Erfolg fiel allerdings erst in der Nachspielzeit. In ihrem letzten Gruppenspiel zeigte die DFB-Elf dann ihre bislang beste Leistung, dominierte den Gegner aus Ecuador nach Belieben und zog verdient als Gruppensieger in das Achtelfinale ein.
Die Qualität des Teams aus Ecuador war vor Beginn des Turniers nicht einfach einzuschätzen, viele Spiele in der Qualifikation gewannen sie in der sauerstoffarmen Höhenluft ihres Nationalstadions in Quito. Für viele war es daher überraschend, dass sie in den ersten beiden Gruppenspielen durch eine sehr kompakte Spielweise überzeugten. Sowohl gegen Polen als auch gegen Costa Rica erzielten sie die beiden Führungstreffer in der ersten halben Stunde und konnten so den Gegner weitgehend kontrollieren. Im abschließenden Gruppenspiel wurden bereits viele Stammspieler für das Achtelfinale geschont, entsprechend chancenlos war das Team gegen Deutschland.
Die polnische Elf konnte wie schon vier Jahre zuvor die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der überraschenden Auftaktniederlage gegen Ecuador folgte eine unglückliche, aber verdiente Niederlage gegen Deutschland, so dass bereits nach dem zweiten Gruppenspieltag das Vorrundenaus feststand. Immerhin konnte die WM mit einem Erfolg gegen Costa Rica und dem daraus resultierenden dritten Platz in der Gruppe beendet werden.
Costa Rica war nur im Eröffnungsspiel streckenweise in der Lage, mit dem Gegner mitzuhalten. Dort fiel insbesondere Paulo Wanchope auf, der die deutsche Abwehr zweimal überlisten konnte. Vor allem gegen Ecuador war das Team dann aber klar unterlegen, und auch gegen Polen stand am Ende eine verdiente Niederlage. Ohne Punkte verabschiedete man sich letztlich als Gruppenletzter von der Weltmeisterschaft.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 5:2 | 7 | |
| 2 | 3:2 | 5 | |
| 3 | 2:2 | 3 | |
| 4 | 0:4 | 1 |
| Sa, 10. Juni 2006, 15 Uhr in Frankfurt | |||
| England | – | Paraguay | 1:0 (1:0) |
| Sa, 10. Juni 2006, 18 Uhr in Dortmund | |||
| Trinidad und Tobago | – | Schweden | 0:0 |
| Do, 15. Juni 2006, 18 Uhr in Nürnberg | |||
| England | – | Trinidad und Tobago | 2:0 (0:0) |
| Do, 15. Juni 2006, 21 Uhr in Berlin | |||
| Schweden | – | Paraguay | 1:0 (0:0) |
| Di, 20. Juni 2006, 21 Uhr in Köln | |||
| Schweden | – | England | 2:2 (0:1) |
| Di, 20. Juni 2006, 21 Uhr in Kaiserslautern | |||
| Paraguay | – | Trinidad und Tobago | 2:0 (1:0) |
Favorit der Gruppe B war England. Glanzlos gewann man das erste Spiel durch ein frühes Eigentor des Gegners aus Paraguay. Auch im zweiten Spiel taten sich die Engländer gegen Trinidad und Tobago schwer und erzielten die beiden Tore zum 2:0 erst in der Schlussphase. Nur im letzten Spiel gegen Schweden konnte das englische Team – allerdings nur in der ersten Halbzeit – überzeugen. In einer hochklassigen Partie kassierte die englische Elf den Ausgleich erst in den letzten Minuten des Spiels, nachdem Schweden in der der zweiten Halbzeit stark aufspielte.
Die schwedische Mannschaft startete mit einem enttäuschenden 0:0 gegen die krassen Außenseiter aus Trinidad und Tobago in das Turnier. Deutlich verbessert zeigte man sich jedoch einige Tage später, als man hochverdient gegen Paraguay gewinnen konnte. Das Tor zum 1:0 fiel zwar erst in der Schlussphase, zuvor waren jedoch beste Chancen ausgelassen worden. In der letzten Partie gegen England machte das Team dann durch ein 2:2 die Qualifikation für das Achtelfinale perfekt, wobei es in der zweiten Halbzeit seine beste Turnierleistung zeigte.
Paraguay startete als Geheimtipp in das Turnier, wurde seinem Ruf jedoch in keiner Phase gerecht. Gegen England geriet man durch ein Eigentor früh in Rückstand und konnte in der Offensive kaum gefährliche Aktionen entwickeln. Gegen Schweden war man vor allem darauf bedacht, nicht zu verlieren, um durch einen Sieg gegen die Außenseiter aus Trinidad und Tobago noch Gruppenzweiter werden zu können. Das späte Tor der Schweden ließ alle Träume vom Achtelfinale platzen, auch wenn im letzten Spiel gegen Trinidad und Tobago doch noch drei Punkte eingefahren werden konnten.
Obwohl man das Turnier als einziges Team ohne eigenen Treffer beenden musste, war die Mannschaft von Trinidad und Tobago eine der Überraschungen der WM. Gegen Schweden konnte man einen Punkt holen, vor allem dank der starken Leistung des Ersatzkeepers Hislop. Gegen England war man nur wenige Minuten vom erneuten 0:0 entfernt und verlor erst durch zwei späte Tore. Im letzten Gruppenspiel gegen Paraguay hätte es eines Sieges bedurft, um noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale zu besitzen. Trotz der 0:2-Niederlage konnte das Team jedoch erhobenen Hauptes in die Heimat zurückreisen.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 8:1 | 7 | |
| 2 | 3:1 | 7 | |
| 3 | 5:6 | 3 | |
| 4 | 2:10 | 0 |
| Sa, 10. Juni 2006, 21 Uhr in Hamburg | |||
| Argentinien | – | Elfenbeinküste | 2:1 (2:0) |
| So, 11. Juni 2006, 15 Uhr in Leipzig | |||
| Serbien und Montenegro | – | Niederlande | 0:1 (0:1) |
| Fr, 16. Juni 2006, 15 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| Argentinien | – | Serbien und Montenegro | 6:0 (3:0) |
| Fr, 16. Juni 2006, 18 Uhr in Stuttgart | |||
| Niederlande | – | Elfenbeinküste | 2:1 (2:1) |
| Mi, 21. Juni 2006, 21 Uhr in Frankfurt | |||
| Niederlande | – | Argentinien | 0:0 |
| Mi, 21. Juni 2006, 21 Uhr in München | |||
| Elfenbeinküste | – | Serbien und Montenegro | 3:2 (1:2) |
Für viele Experten galt Argentinien nach der Vorrunde als Topfavorit auf den Titel. Die Südamerikaner gewannen zunächst in einer der besten Partien des Turniers gegen die starke Mannschaft der Elfenbeinküste, um im zweiten Gruppenspiel das als defensivstark bekannte Team aus Serbien und Montenegro mit 6:0 zu besiegen. In der letzten Partie genügte der Albiceleste ein Unentschieden gegen die ebenfalls für das Achtelfinale qualifizierten Niederlande zum Gruppensieg.
Die Niederlande wurden in der stärksten Gruppe des Turniers dank drei konzentrierter Leistungen Gruppenzweiter. Gegen Serbien und Montenegro konnte man das entscheidende 1:0 bereits nach einer Viertelstunde erzielen und auch in der zweiten Partie gegen die Elfenbeinküste machte man den Sieg bereits in der ersten Hälfte perfekt. Im abschließenden Spiel gegen Argentinien wurde der Gruppensieg durch das 0:0 jedoch verpasst.
Trotz dreier überzeugender Leistungen schied die Elfenbeinküste als Dritter aus dem Turnier aus. Entscheidend für die Niederlagen war, dass die Afrikaner in allen drei Gruppenspielen bereits in der ersten Hälfte mit 0:2 in Rückstand gerieten. Gegen die Favoriten aus Argentinien und Niederlande konnte man nur noch auf 1:2 verkürzen, gegen Serbien und Montenegro reichte es im unbedeutenden Spiel um den dritten Platz in der Gruppe immerhin noch zu einem 3:2-Erfolg.
Serbien und Montenegro zeigte eine enttäuschende Leistung während des Turniers. Aufgrund der souveränen Qualifikation mit nur einem Gegentor war dem Team auch gegen die drei offensivstarken Gruppengegner einiges zugetraut worden. Während man gegen die Niederlande nur mit 0:1 verlor, brach die Mannschaft beim Debakel gegen Argentinien jedoch völlig auseinander. So wurde auch das letzte Spiel gegen die Elfenbeinküste trotz einer 2:0-Führung noch verloren.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 5:1 | 9 | |
| 2 | 4:3 | 4 | |
| 3 | 1:2 | 2 | |
| 4 | 2:6 | 1 |
| So, 11. Juni 2006, 18 Uhr in Nürnberg | |||
| Mexiko | – | Iran | 3:1 (1:1) |
| So, 11. Juni 2006, 21 Uhr in Köln | |||
| Angola | – | Portugal | 0:1 (0:1) |
| Fr, 16. Juni 2006, 21 Uhr in Hannover | |||
| Mexiko | – | Angola | 0:0 |
| Sa, 17. Juni 2006, 15 Uhr in Frankfurt | |||
| Portugal | – | Iran | 2:0 (0:0) |
| Mi, 21. Juni 2006, 16 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| Portugal | – | Mexiko | 2:1 (2:1) |
| Mi, 21. Juni 2006, 16 Uhr in Leipzig | |||
| Iran | – | Angola | 1:1 (0:0) |
Portugal trat in der Vorrunde überraschend defensiv auf. Bereits im ersten Gruppenspiel gegen den krassen Außenseiter aus Angola tat die Elf von Trainer Scolari nur das Nötigste und verwaltete das frühe 1:0 bis zum Schlusspfiff. Auch gegen den Iran hatten die Portugiesen das Spiel zu jedem Zeitpunkt im Griff und konnten so bereits nach zwei Spielen den Einzug ins Achtelfinale feiern. Erst im letzten Spiel gegen Mexiko hatte man es mit einem ähnlich starken Gegner zu tun, dennoch konnte man durch das 2:1 den Gruppensieg feiern.
Bei den Auftritten Mexikos wechselten sich Licht und Schatten ab. Dem mühevollen, aber verdienten 3:1 gegen den Iran folgte ein enttäuschendes torloses Unentschieden gegen die WM-Neulinge aus Angola. Nur bei der 1:2-Niederlage gegen den Gruppensieger Portugal zeigten die Mexikaner eine starke Leistung. Allerdings ließen sie neben einem verschossenen Strafstoß weitere hochkarätige Chancen aus, so dass sie letztlich nur Gruppenzweiter wurden.
Angola war eine der positiven Überraschungen des Turniers. Obwohl das Team praktisch nur aus Spielern unterklassiger europäischer Vereine bestand, konnte die Mannschaft in allen Vorrundenpartien dem Gegner Paroli bieten. Dem 0:1 gegen Portugal folgte ein Remis gegen Mexiko, so dass für die Afrikaner im letzten Spiel gegen den Iran sogar noch die Qualifikation für das Achtelfinale möglich war. Obwohl Angola Mitte der zweiten Halbzeit in Führung ging, konnte die Partie jedoch nicht gewonnen werden und endete 1:1.
Der Iran blieb praktisch im gesamten Turnierverlauf unter seinen Möglichkeiten. Insbesondere konditionell wirkten die Spieler nicht auf der Höhe. Sowohl gegen Mexiko als auch gegen Portugal gerieten die Perser durch Abwehrschwächen in der zweiten Halbzeit in Rückstand, beide Partien wurden folgerichtig auch verloren. Erst im letzten Spiel gegen Angola konnten die Männer um Ali Daei und Ali Karimi immerhin ein Unentschieden erreichen – gemessen an den Erwartungen jedoch viel zu wenig.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 5:1 | 7 | |
| 2 | 4:3 | 6 | |
| 3 | 3:4 | 3 | |
| 4 | 2:6 | 1 |
| Mo, 12. Juni 2006, 18 Uhr in Gelsenkirchen | |||
| USA | – | Tschechien | 0:3 (0:2) |
| Mo, 12. Juni 2006, 21 Uhr in Hannover | |||
| Italien | – | Ghana | 2:0 (1:0) |
| Sa, 17. Juni 2006, 18 Uhr in Köln | |||
| Tschechien | – | Ghana | 0:2 (0:1) |
| Sa, 17. Juni 2006, 21 Uhr in Kaiserslautern | |||
| Italien | – | USA | 1:1 (1:1) |
| Do, 22. Juni 2006, 16 Uhr in Hamburg | |||
| Tschechien | – | Italien | 0:2 (0:1) |
| Do, 22. Juni 2006, 16 Uhr in Nürnberg | |||
| Ghana | – | USA | 2:1 (2:1) |
Italien startete wie erwartet in das Turnier. Das Team bezwang den WM-Neuling aus Ghana dank einer kontrollierten Spielweise mit 2:0 und profitierte dabei von den Abwehrschwächen der Afrikaner. Gegen die Vereinigten Staaten reichte es dagegen nur zu einem 1:1, trotz numerischer Überzahl in der zweiten Halbzeit. Die Partie war vor allem durch die drei Platzverweise geprägt, spielerische Highlights waren selten. Im letzten Gruppenspiel folgte ein Erfolg gegen den ersatzgeschwächten Geheimtipp aus Tschechien, so dass die Italiener letztlich einen verdienten Gruppensieg feiern konnten.
Trotz der Auftaktniederlage gegen Italien konnte sich Ghana als Gruppenzweiter für das Achtelfinale qualifizieren. Besonders gegen die starken Tschechen zeigten die Afrikaner eine berauschende Leistung und gewannen letztlich hochverdient mit 2:0. So hätte gegen die USA im letzten Spiel auch ein Unentschieden gereicht, durch den 2:1-Erfolg wurde Platz zwei jedoch souverän eingefahren.
Tschechien startete mit einem furiosen 3:0 gegen die USA in das Turnier, dabei bildeten die beiden Dortmunder Tomáš Rosický und Jan Koller die Säulen einer starken Mannschaft. Jedoch währte die Freude über diesen Erfolg nur kurz, denn viele Spieler trugen Blessuren davon. Folgerichtig: Bereits gegen den Außenseiter aus Ghana wurde in einer tollen Partie mit 0:2 verloren. Und auch im letzten Gruppenspiel gegen Italien konnte das Team keine Punkte holen, so dass die Tschechen erstaunlich früh die Heimreise antreten mussten.
Die USA musste sich in einer starken Gruppe erwartungsgemäß mit Platz vier begnügen. Zwar folgte auf die desolate Leistung in der Auftaktpleite gegen Tschechien ein verdientes 1:1 gegen Italien, in dem die Amerikaner nicht nur kämpferisch zu überzeugen wussten, für ein Weiterkommen reichte es dennoch nicht. Ein fragwürdiger Elfmeter brachte die Vereinigten Staaten gegen Ghana auf die Verliererstraße, am Ende blieb es bei nur einem Punkt aus drei Spielen.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 7:1 | 9 | |
| 2 | 5:5 | 4 | |
| 3 | 2:3 | 2 | |
| 4 | 2:7 | 1 |
| Mo, 12. Juni 2006, 15 Uhr in Kaiserslautern | |||
| Australien | – | Japan | 3:1 (0:1) |
| Di, 13. Juni 2006, 21 Uhr in Berlin | |||
| Brasilien | – | Kroatien | 1:0 (1:0) |
| So, 18. Juni 2006, 15 Uhr in Nürnberg | |||
| Japan | – | Kroatien | 0:0 |
| So, 18. Juni 2006, 18 Uhr in München | |||
| Brasilien | – | Australien | 2:0 (0:0) |
| Do, 22. Juni 2006, 21 Uhr in Dortmund | |||
| Japan | – | Brasilien | 1:4 (1:1) |
| Do, 22. Juni 2006, 21 Uhr in Stuttgart | |||
| Kroatien | – | Australien | 2:2 (1:1) |
Trotz dreier Siege enttäuschte Brasilien seine Anhänger in den ersten Turniertagen. Nur in der zweiten Halbzeit gegen Japan war die herausragende Spielkultur des Teams erkennbar, davor dominierten Sicherheitsdenken und Ergebnisverwaltung. Bereits Kroatien und Australien hätten zuvor bei einer konsequenteren Chancenauswertung einen Punkt gegen die favorisierten Brasilianer holen können. Japan war in der ersten Halbzeit überlegen und hatte Pech, dass Ronaldo mit dem Halbzeitpfiff den Ausgleich köpfte. Das Team wirkte insgesamt überaltert, und die herausragenden Spieler des europäischen Vereinsfußballs, insbesondere der Weltfußballer Ronaldinho, wirkten überspielt.
Australien qualifizierte sich überraschend als Gruppenzweiter für das Achtelfinale. Zu Beginn des Turniers gab es gegen Japan einen 3:1-Erfolg, der durch drei späte Tore in der Schlussphase eingefahren werden konnte. Auch gegen Brasilien wusste das Team zu überzeugen, die 0:2-Niederlage fiel um mindestens ein Tor zu hoch aus. Dennoch reichte im letzten Gruppenspiel ein Punkt gegen Kroatien für das Weiterkommen, der in einem packenden Spiel auch geholt werden konnte: Zum ersten Mal überstand ein Team aus Ozeanien die Gruppenphase.
Kroatien enttäuschte seine Fans in der Vorrunde. Das Team war zwar in keinem der drei Spiele seinem Gegner wirklich unterlegen, dennoch blieb der Erfolg in Form eines Sieges aus. Dem unglücklichen 0:1 gegen Brasilien folgten ein verschossener Strafstoß beim torlosen Unentschieden gegen Japan und ein knappes 2:2 gegen Australien. Das reichte nur für Platz drei in der Gruppe, der WM-Dritte von 1998 war damit bereits in der Gruppenphase ausgeschieden.
Japan, der Gastgeber der vergangenen Titelkämpfe, konnte nicht an die Leistungen aus dem Konföderationenpokal anknüpfen, als man in der Gruppe knapp an Brasilien scheiterte. Dem unnötigen 1:3 gegen Australien und dem torlosen Remis gegen Kroatien folgte die Niederlage gegen Brasilien. Trotz früher Führung war man nicht in der Lage, die nötigen drei Punkte für ein Weiterkommen zu erzielen. Japan wurde folgerichtig Gruppenletzter.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 4:0 | 7 | |
| 2 | 3:1 | 5 | |
| 3 | 3:4 | 4 | |
| 4 | 1:6 | 0 |
| Di, 13. Juni 2006, 15 Uhr in Frankfurt | |||
| Südkorea | – | Togo | 2:1 (0:1) |
| Di, 13. Juni 2006, 18 Uhr in Stuttgart | |||
| Frankreich | – | Schweiz | 0:0 |
| So, 18. Juni 2006, 21 Uhr in Leipzig | |||
| Frankreich | – | Südkorea | 1:1 (1:0) |
| Mo, 19. Juni 2006, 15 Uhr in Dortmund | |||
| Togo | – | Schweiz | 0:2 (0:1) |
| Fr, 23. Juni 2006, 21 Uhr in Köln | |||
| Togo | – | Frankreich | 0:2 (0:0) |
| Fr, 23. Juni 2006, 21 Uhr in Hannover | |||
| Schweiz | – | Südkorea | 2:0 (1:0) |
Etwas überraschend konnte sich die Schweiz als Gruppensieger für das Achtelfinale qualifizieren. Dem dritten Unentschieden gegen Frankreich in Folge (nach den beiden Partien in der gemeinsamen Qualifikationsgruppe für die WM) folgten zwei verdiente 2:0-Erfolge gegen Togo und Südkorea. Vor allem in der Abwehr zeigte das Team aus der Schweiz drei starke Partien, so dass man als einziges Team ohne Gegentor das Achtelfinale erreichte.
Frankreich startete dagegen enttäuschend in das Turnier. War das Remis gegen die Schweiz im Vorfeld des Turniers noch erwartet worden, so schien das 1:1 gegen Südkorea als endgültiger Beleg für eine überalterte französische Mannschaft zu dienen. Im letzten Spiel gegen Togo musste dann mit zwei Toren Unterschied gewonnen werden, um auch bei einem möglichen Unentschieden im gleichzeitig stattfindenden Spiel zwischen der Schweiz und Südkorea die nächste Runde zu erreichen, was dem Team mit der ersten überzeugenden Leistung im Turnier auch gelang.
Südkorea konnte zu keiner Zeit an die Erfolge bei der letzten Weltmeisterschaft anknüpfen, als man das Halbfinale erreichte. Bereits gegen Togo brauchte das Team viel Anlauf, um letztlich etwas glücklich gegen die Afrikaner zu gewinnen. Auch gegen Frankreich startete man verhalten in die Partie, konnte aber kurz vor Schluss ausgleichen und hatte somit vor dem letzten Spiel gegen die Schweiz alle Trümpfe in der Hand: Mit einem Sieg wäre ihnen der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen gewesen. Am Ende stand jedoch eine 0:2-Niederlage und der dritte Platz in der Gruppe.
Das Team aus Togo war bereits vor Beginn des Turniers durch einen Prämienstreit und den kurzzeitigen Rücktritt von Trainer Otto Pfister in die Schlagzeilen geraten. Eine konzentrierte Vorbereitung auf das erste Spiel gegen Südkorea war daher nicht möglich. Dennoch startete man furios, nach einem Platzverweis kassierte man jedoch zwei Tore und eine 1:2-Niederlage. Gegen die favorisierten Teams aus Europa standen am Ende ebenfalls zwei Niederlagen zu Buche, so dass die Afrikaner ohne Punkt nach Hause reisen mussten.
| Rang | Land | Tore | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | 8:1 | 9 | |
| 2 | 5:4 | 6 | |
| 3 | 3:6 | 1 | |
| 4 | 2:7 | 1 |
| Mi, 14. Juni 2006, 15 Uhr in Leipzig | |||
| Spanien | – | Ukraine | 4:0 (2:0) |
| Mi, 14. Juni 2006, 18 Uhr in München | |||
| Tunesien | – | Saudi-Arabien | 2:2 (1:0) |
| Mo, 19. Juni 2006, 18 Uhr in Hamburg | |||
| Saudi-Arabien | – | Ukraine | 0:4 (0:2) |
| Mo, 19. Juni 2006, 21 Uhr in Stuttgart | |||
| Spanien | – | Tunesien | 3:1 (0:1) |
| Fr, 23. Juni 2006, 16 Uhr in Kaiserslautern | |||
| Saudi-Arabien | – | Spanien | 0:1 (0:1) |
| Fr, 23. Juni 2006, 16 Uhr in Berlin | |||
| Ukraine | – | Tunesien | 1:0 (0:0) |
Spanien sorgte bereits im ersten Gruppenspiel gegen die stark eingeschätzte Ukraine für einen Paukenschlag. Eine überzeugende Leistung in allen Mannschaftsteilen brachte einen verdienten 4:0-Sieg. Gegen Tunesien konnte an diese Leistung nur in der zweiten Hälfte angeknüpft werden, als man einen Halbzeitrückstand noch in einen Sieg verwandeln konnte. Dennoch galt das Team im Folgenden als heißer Anwärter auf den Titel. Daran änderte auch ein mühevolles 1:0 gegen Saudi-Arabien nichts, Spanien war nämlich mit einer besseren Reservemannschaft angetreten.
Trotz des 0:4-Debakels gegen Spanien zu Beginn des Turniers konnte sich die Ukraine als Gruppenzweiter wie erwartet für das Achtelfinale qualifizieren. Grund dafür waren der überzeugende Sieg gegen Saudi-Arabien und eine konzentrierte Leistung im entscheidenden Gruppenspiel gegen Tunesien. Ein verwandelter Elfmeter sorgte für den 1:0-Endstand.
Tunesien konnte sich wie bei den vorangegangenen Turnieren nicht für die zweite Runde qualifizieren. Bereits im ersten Spiel gegen Saudi-Arabien reichte es am Ende nur zu einem enttäuschenden 2:2, und auch gegen Spanien wurde die Halbzeitführung noch aus der Hand gegeben. Gegen die Ukraine musste daher ein Sieg im entscheidenden Spiel her. Trotz einer ordentlichen Leistung reichte es jedoch nicht einmal für einen Punkt, besonders in der Offensive war man zu harmlos.
Die Mannschaft Saudi-Arabiens konnte nur im ersten Gruppenspiel überraschen, als man bis zur Nachspielzeit gegen Tunesien in Führung lag. Am Ende reichte es allerdings nur zu einem Unentschieden, so dass das Team nach der Pleite gegen die Ukraine bereits nur noch theoretische Chancen auf das Erreichen der zweiten Runde hatte. Da allerdings auch gegen Spaniens B-Mannschaft verloren wurde, blieb für Saudi-Arabien am Ende nur der